Bischof Overbeck lobt Synodalversammlung als „Zeugnis echter Katholizität“

Erstes Treffen der 230 Delegierten für das höchste Gremium des deutschen Reformdialogs in der Kirche sei „von einer intensiven geistlichen Atmosphäre und der Suche nach dem Willen Gottes geprägt“ gewesen, sagte der Ruhrbischof.

Zwei Jahre lang wollen katholische Laien, Bischöfe und andere Geistliche nach Wegen suchen, dass durch den Missbrauchskandal verloren gegangene Vertrauen in die Kirche zurück zu gewinnen.

Der Synodale Weg diskutiert in verschiedenen Gremien vier Schwerpunktthemen: Macht und Gewaltenteilung in der Kirche, priesterliches Leben, Frauen in der Kirche sowie Sexualität und Partnerschaft

Von Donnerstag bis Samstag hat in Frankfurt erstmals die Synodalversammlung als das höchste Gremium des Synodalen Wegs getagt.

Als ein „Zeugnis echter Katholizität der Kirche in Deutschland“ hat der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck die erste Vollversammlung des Synodalen Wegs bezeichnet. „Die Gespräche und Begegnungen waren von einer intensiven geistlichen Atmosphäre und der Suche nach dem Willen Gottes geprägt“, so der Ruhrbischof. Von Donnerstag, 30. Januar, bis Samstag, 1. Februar, hatten sich die rund 230 Vertreterinnen und Vertreter der Synodalversammlung zu ihrer ersten Tagung im St.-Bartholomäus-Dom Frankfurt getroffen. Overbeck lobte die eindrucksvolle Gesprächskultur des Treffens in der Main-Stadt: „Die Debatten waren von gegenseitigem Respekt getragen und haben eindrucksvoll gezeigt, wie sehr wir in einer Welt der Freiheit leben. Hier müssen sich heute die Botschaft der Bibel und der Tradition bewähren.“

Zweijähriger Reformdialog zu vier Schwerpunktthemen

Vor allem als Reaktion auf den dramatischen Vertrauensverlust, den die katholische Kirche durch den Missbrauchsskandal erlitten hat, haben sich die katholischen Bischöfe und Laien in Deutschland zu dem in der Weltkirche bislang einzigartigen Synodalen Weg entschieden. Zwei Jahre wird in diesem Reformdialog insbesondere über die vier Schwerpunktthemen Macht und Gewaltenteilung in der Kirche, priesterliches Leben, Frauen in der Kirche sowie Sexualität und Partnerschaft diskutiert. Die Synodalversammlung mit ihren 230 Mitgliedern ist das höchste Gremium dieses Reformdialogs. Neben den je 69 Mitgliedern aus Deutscher Bischofskonferenz und Zentralkomitee der deutschen Katholiken umfasst sie weitere Vertreterinnen und Vertreter geistlicher Dienste und kirchlicher Ämter, junge Menschen und Einzelpersönlichkeiten. Aus dem Bistum Essen gibt es neben Bischof Overbeck sechs weitere Mitglieder der Synodalversammlung: die beiden Weihbischöfe Ludger Schepers und Wilhelm Zimmermann, die beiden Theologie-Professoren der Ruhr-Universität Bochum, Matthias Sellmann und Thomas Söding, als Vertreter des Priesterrates Pastor Stefan Wiesel sowie Dirk Tänzler als Vertreter des Diözesanrates der katholischen Frauen und Männer im Bistum Essen. Während des zweijährigen Synodalen Wegs sind für die Synodalversammlung noch drei weitere Treffen in Frankfurt geplant.

Geschäftsordnung ist „gute Grundlage für die weitere partizipative Arbeit“

Bei der Premiere sei in vielen Statements deutlich geworden, „dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die grundlegenden Werte der katholischen Kirche einig sind, allerdings auch, dass diese Werte heute unter sehr unterschiedlichen Bedingungen gelebt werden“, sagte Overbeck. Dass die Verabschiedung der Geschäftsordnung einen breiten Raum in der Synodalversammlung eingenommen hatte, sei für ihn „nur natürlich“. Damit sei nun aber eine gute Grundlage für die weitere partizipative Arbeit des Synodalen Wegs gelegt, so Overbeck weiter. Er freue sich auf die weiteren Schritte auf diesem Weg. Die nächste, inhaltlich von vier Synodalforen zu den vier Schwerpunktthemen vorbereitete Synodalversammlung tagt vom 3. bis 5. September.

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