„Respekt und Wertschätzung auf dem Synodalen Weg“

Im nächsten Schritt werden mit hoher öffentlicher Beteiligung Reformvorschläge erarbeitet. Geplant ist eine große öffentliche Tagung im Juni in der „Wolfsburg“.

Mit Zuversicht blickt der Bochumer Pastoraltheologe Prof. Matthias Sellmann auf die Veränderungsbereitschaft der Synodalversammlung, die von Donnerstag bis Samstag in Frankfurt getagt hat.

Dass die katholische Kirche in einer schweren Krise ihrer Gottesverkündigung stehe und sich deshalb verändern müsse, sei allen Teilnehmenden – von  der Abiturientin bis zum Bischof – klar gewesen, sagte Sellmann, der als Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) an dem Treffen teilgenommen hat. Über die richtigen Wege müsse man nun debattieren. Das sei in Frankfurt „ohne Beifalls-Politik oder Buh-Rufe“ mit Wertschätzung, Verantwortung und hohem Respekt auch vor gegensätzlichen Positionen geschehen: „Es war unaufgeregt. Das hat mir richtig Mut gegeben.“

Im nächsten Schritt des auf zwei Jahre angelegten Reformprozesses, den die Deutsche Bischofskonferenz und das ZdK auf den Weg gebracht hatten, werden nun vier Synodalforen zu den Schwerpunktthemen Macht und Gewaltenteilung, Sexualität, priesterliche Existenz heute sowie Frauen in Diensten und Ämtern die Arbeit aufnehmen. Besetzt wurden die Foren mit je 35 Mitgliedern – „Leuten, die es können und wollen“, so Sellmann, die also die notwendige Fachexpertise mitbringen und dabei verschiedene Generationen und Regionen Deutschlands, nicht jedoch zwingend alle Diözesen repräsentieren.

Vier Synodalforen nehmen die Arbeit auf – mit öffentlicher Beteiligung

Aus dem Bistum Essen wurde Sellmann gemeinsam mit Bischof Franz-Josef Overbeck und seinem Kollegen Thomas Söding, Professor für Neues Testament an der Ruhr-Universität Bochum, in die Gruppe „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“ berufen. Im Forum zum Frauen-Thema sitzen aus dem Bistum Essen Weihbischof Ludger Schepers, Pastor Stefan Wiesel und die Theologin Andrea Qualbrink. Weihbischof Wilhelm Zimmermann ist Mitglied des Forums zu Fragen des Priestertums und Zölibats. 

Alle Foren wollen möglichst viele Interessierte öffentlich zur Teilnahme bewegen. Der feste Kern der 35 Teilnehmer sorgt für die Arbeitsfähigkeit des Forums. Kleinere Teilnehmergruppen können Teil-Themen bearbeiten und hierfür weitere Experten hinzuziehen. Für die nötige Öffentlichkeit in der Diskussion sorgen Hearing-Veranstaltungen und große Akademie-Tagungen.

Dem Thema „Macht und Gewaltenteilung“ ist in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim am 8./9. Juni 2020 eine international besetzte, öffentlich zugängliche Tagung gewidmet, die der Diskussion über Zwischenstände und Analysen eine Bühne bieten soll. Ziel ist, zur nächsten Synodalversammlung am 3. und 5. September in Frankfurt Vorschläge zur kontrollierenden Begrenzung von Machtpositionen in der Kirche zur ersten Lesung vorlegen zu können.

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